Monat: April 2021

Was brauche ich wirklich: Equipment zum Pflanzenfärben

Loeffel, Siebe, Tuecher, was brauchst du zum Faerben mit Pflanzen

Das ist eine Frage, die wir in Workshops oft besprochen haben: Welches Equipment zum Pflanzenfärben brauchst du wirklich am Anfang? In den Atelierworkshops konnten alle immer gut sehen und ausprobieren, was benutzt wird, und wofür. In den Onlineworkshops geht das leider nicht ganz so gut. Aber du musst trotzdem nicht in eine riesige Ausstattung investieren, wenn du das Färben mit Pflanzen probieren möchtest. Wenn du also deshalb zweifelst, ob das Färben was für dich ist, dann gibt dir dieser Artikel einen guten Überblick.

Zuerst mal: Eine wichtige Grundregel beim Färben ist, Töpfe, die zum Färben benutzt werden, gehören nicht mehr in die Küche. Das gleiche gilt natürlich für Löffel, Messbecher und ähnliches: Equipment zum Pflanzenfärben sollte nicht mehr für Lebensmittel verwendet werden.

Auch wenn Pflanzen und Mineralien natürlichen Ursprungs sind, können sie giftige, oder reizende Stoffe enthalten. Mit der Zeit können sich solche Stoffe auch anreichern. Deshalb die Empfehlung, lieber gleich zu Anfang wenigstens einen Topf zum Färben zu reservieren.

Sicher kannst du dir, wenn du mit dem Färben beginnst, nicht gleich eine komplette Färbeküche ausstatten – das musst du auch gar nicht! Für den Anfang genügt wirklich ein Topf in einer für dich geeigneten Größe. Und dazu ein paar günstigere Dinge, die du vielleicht auch schon zuhause hast.

Töpfe zum Färben

Die Mehrzahl meiner Färbetöpfe kommen aus Second Hand-Läden oder von den Kleinanzeigen. Wenn du es nicht sehr eilig hast, lohnt es sich, danach Ausschau zu halten.

Gut eignen sich Töpfe aus nicht-reaktivem Material – die also nicht mit deinem Färbesud reagieren. Vor allem für den Anfang ist das die beste Wahl, finde ich. Das können Edelstahltöpfe sein, oder auch Emailletöpfe, solange deren Beschichtung unbeschädigt ist. Diese Töpfe verhalten sich beim Färben neutral, lassen sich am leichtesten reinigen und können für alles benutzt werden.

Andere Töpfe, aus Kupfer oder Eisen, können grundsätzlich auch zum Färben benutzt werden – da kannst du dir zunutze machen, dass das Metall reagiert, und damit auch die Farbtöne beeinflusst. Spuren von Eisen machen Farben zum Beispiel dunkler, und etwas stumpfer. Du kannst dir sicher vorstellen, das Färben kann damit noch etwas abenteuerlicher werden! Denn dann gibt es noch einen weiteren Faktor, der die Farben beeinflussen kann.

Außer einfachen Töpfen in verschiedenen Größen und Kochplatten habe ich im Atelier noch andere Töpfe, die ich sehr häufig benutze: Elektrische Einkochtöpfe. Wenn du ohnehin auf der Suche nach Töpfen mit knapp 30L Volumen bist, dann ist vielleicht so ein Wecktopf (kennst du vielleicht auch als Glühweintopf vom Weihnachtsmarkt) das Richtige. Die haben in der Regel ein eingebautes Thermostat (das einigermaßen zuverlässig ist), und oft auch noch eine Zeitschalt-Automatik.

Gefäße, Gefäße, Gefäße

Neben Töpfen auch sehr praktisch: Eimer, besonders mit Deckel! Vor allem wenn du erstmal nur einen Färbetopf besitzt. Klingt so banal, aber ich die gehören bei mir zum meistbenutzten Equipment zum Pflanzenfärben. In verschließbaren Eimern kannst du auch mal Pflanzenmaterial einweichen, einen Farbsud aufbewahren, oder Beizflüssigkeiten „parken“, bis du sie benutzen möchtest. Sehr, sehr praktisch! Ich habe im Atelier auch Plastikwannen und große Emailleschüsseln, aber für den Anfang würde ich eher verschließbare Behälter empfehlen. Die sind einfach am vielseitigsten. Solche Eimer gibt es in Baumärkten recht günstig. Du kannst auch mal in Restaurants und Imbissen nachfragen, die haben Joghurt und Ähnliches oft in großen Eimern aus stabilem Kunststoff, die man umsonst bekommen kann. Besonders praktisch: Eimer, die innen eine Liter-Skala haben. Einen Milliliter-genauen Messbecher brauche ich eigentlich selten – wenn es wirklich auf Genauigkeit ankommt, dann wiege ich Flüssigkeiten einfach ab.

Für kleinere Mengen genügen natürlich auch Gläser: Mit Schraubdeckel oder Bügelverschluss, von beidem habe ich mehr, als mir lieb ist. Sind einfach praktisch! Und wenn du Gläser von Lebensmitteln wiederverwendest, auch noch quasi umsonst. In denen können auch getrocknete Färberpflanzen aufbewahrt werden, sie sollten dann aber am besten in einem Schrank, also nicht ständig im Sonnenlicht stehen.

Abwiegen und Rühren

Wenn du mit mineralischen Beizen arbeitest, dann ist eine Waage wichtig. Die muss nicht unbedingt auf Nachkommazahlen genau sein. Es reicht meistens eine schlichte Küchenwaage. Eine präzise Feinwaage brauche ich nur, wenn ich Druckpasten herstelle – wenn du das nicht vorhast, dann brauchst du darin nicht zu investieren.

Und klar, wenigstens einen Löffel zum Portionieren solltest du wahrscheinlich in deiner Färbewerkstatt haben. Ich (und auch alle in den Workshops im Atelier) können auf einen Blick Lebensmittellöffel und Färbelöffel unterscheiden: Für’s Färben, und nur dafür, habe ich langstielige Teelöffel (wahrscheinlich heißen die Latte-Macchiato-Löffel?). Vor allem jetzt, da ich wieder häufiger zuhause färbe, statt nur im Atelier, finde ich das sehr praktisch. Aber egal wie du das löst, Hauptsache du weißt, welcher Löffel in deine Färbewerkstatt gehört.

Zum Umrühren benutze ich inzwischen tatsächlich am liebsten glatt geschnitzte Äste. Eine super low-Budget-Lösung, wie ich finde. Ansonsten gibt es im Künstlerbedarf oder Baumarkt auch langstielige Rührhölzer, und auch extra langstielige Holzlöffel. Beides ist oft günstig, aber meistens etwas rau. Die sind nicht so gut für empfindliche Stoffe.

Abgießen und filtern

Es gibt schöne und robuste Edelstahlsiebe – aber die gehören nicht zum unverzichtbaren Equipment zum Pflanzenfärben. Ich finde die einfachste und günstigste Variante sind Tücher wie Käseleinen oder Mullwindeln. Die lassen sich auch gut ausdrücken, wenn du sie zum abseihen vom Färbesud benutzt.

Und sind überhaupt sehr praktisch, um all die Kleckse und Pfützen aufzuwischen.

Die Siebe, die ich daneben am meisten benutze, sind einfache Spargel- oder Nudeleinsätze, die bei einigen Second-Hand-Töpfen dabei waren.

Sicherheit

Für das Beizen und Färben mit Pflanzen solltest du dir dicke Gummihandschuhe zulegen. Wenn du mit fein gemahlenen Pulvern arbeitest, oder auch großen Mengen getrockneter Pflanzen (die beim Abwiegen auch krümeln/stauben), außerdem eine gut sitzende (Staub-)Maske.

Je nachdem wo du arbeitest, kannst du auch eine dicke Folie oder Zeitungspapier gebrauchen, um deine Arbeitsfläche abzudecken. Wenn du in der Küche färbst, solltest du offene Lebensmittel u.ä. beiseite räumen, und nach dem Färben alles einmal gut abwischen.

Bonusmaterial

Ein Thermometer für Beizen und Färbetöpfe – sehr praktisch, aber sicher nichts, was am Anfang unverzichtbar ist. Es macht das Arbeiten schon leichter, und ich möchte es nicht mehr missen. Wenn zum Beispiel Beize oder ein Krapp-Färbebad eine bestimmte Temperatur nicht überschreiten sollen. Aber es geht auch ohne, wenn man den Färbetopf gut im Auge behält, und eher vorsichtig erhitzt.

Hast du noch andere Ideen für eine schnell und günstig eingerichtete Färbeküche? Oder ein „Bonuswerkzeug“, das dir sehr lieb ist, wie mir das Thermometer?

Foto von Faerbetoepfen aus Edelstahlt, Text: Was brauchst du zum Pflanzenfaerben? Faerbekueche fuer's kleine  Budget.
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